Projekt Großwürfelzaun

Siebenbirnen bald ein Stück sicherer


Nur wenige Abschnitte der vielbefahrenen Via alea major sind bereits durch Zäune geschützt, wie hier in der Nähe von Trynton.

Die Großwürfelstraße ist die wichtigste Verkehrsader auf der Insel Vurfeli. Sie verbindet die Nord- mit der Südküste und wird daher täglich von unzähligen Handelstreibenden und anderen Fahrwerken genutzt. Ungeachtet der steigenden Gefahr, die durch den zunehmenden Verkehr auf dieser wichtigen Achse ausgeht, sind bislang nur wenige Abschnitte der Straße durch Schutzbauten vor dem Eindringen von Vieh und anderen Störfaktoren geschützt – ein Umstand, der bereits desöfteren zu kostspieligen Unfällen geführt hat.

Da Unfälle mit streunenden Kühen oder anderem Nutzvieh auf die Dauer nicht mehr hingenommen werden können, möchte die Bruderschaft die Zäune entlang der Straße schließen und damit für eine durchgehende Verbauung der Fahrbahn sorgen. Das Kuratorium der Infrastrukturen wurde nun damit beauftragt, ein entsprechendes Projekt auszuarbeiten. Vor allem der Küstenabschnitt der Straße nahe der Seefestung Siebenbirnen ist besonders gefährdet und soll zuerst ausgebaut werden.

Dank der effizienten Organisation des Kuratoriums konnte praktisch sofort mit der Projektierung begonnen werden. Bruder Bartholomäus vom Subkuratorium für Straßenbau und -instandhaltung war bereits mit seinen Assistenten vor Ort in Siebenbirnen, um die Situation zu begutachten und den zukünftigen Verlauf des Zaunes zu skizzieren. Hier an der Küste ist es besonders wichtig, daß ein stabiler Zaun aufgestellt wird, so Bartholomäus. Wenn hier eine Kuh von den nahegelegenen Weiden die Straße überquert und angefahren wird, kann es vorkommen, daß das Tier verwirrt wird und in Richtung Küste flieht. Dies sei bereits einige Male vorgekommen – sehr zum Verdruß der Bauern.

Inzwischen liegen bereits erste Projektstudien vor, wie denn nun der Großwürfelzaun beschaffen sein soll. Es scheinen sich zwei Alternativen anzubieten. Als erster Vorschlag steht ein hoher Zaun im Raum, der die Straße quasi wie eine Palisade völlig abschirmt. Vorteil ist, daß die Tiere damit nicht mehr über die Straße zur Küste sehen können, und damit weniger motiviert sind, sich zur Fahrbahn hinzubewegen. Der natürliche Fluchtreflex der Rinder setzt früher ein und es gibt weniger Unfälle, erklärt Bruder Bartholomäus.

Dieser Vorschlag stößt allerdings auf scharfe Kritik der Gemarkungsverwaltung, die durch die Palisade den malerischen Blick auf eine der sehenswertesten Winkel der Insel verschandelt sehen. Bruder Laurentius vom Gemarkungsrat des Würfelhafens schlägt einen niedrigen Lattenzaun aus natürlich in der Gemarkung vorkommenden Holzlatten vor, der sich dem Straßenverlauf in etwas weiterer Entfernung anschmiegen soll und durch die naturbetonte, minimalinvasive Gestaltung möglichst wenig in die Gestaltung der Landschaft eingreift, so der Kastellan, der beim letzten Treffen mit dem Infrastrukturkuratorium seinen Vorschlag gegen die Kritik Bruder Bartholomäus' verteidigen mußte. Dessen Einwände wiederum zielen vor allem auf die geringere Sicherheits- und Abschreckungswirkung eines solchen Zauns: Kleine Kinder könnten durch die zu niedrigen Zaunlatten zum Spielen verführt werden – dann haben wir keine beschädigten Rindviecher mehr, sondern verletzte Kinder.

Unterdessen arbeitet das Kuratorium an einem Kompromißvorschlag, der beide Seiten zufrieden stellen soll; auch eine Anfrage an das Innenministerium ist bereits anhängig, um Bruder Apollinaris II um Rat zu fragen. Dieser ist jedoch zur Zeit nicht persönlich verfügbar und hat bislang nur schriftlich Stellung genommen. Auch er könne sich nicht entscheiden, und werde sich in wenigen Tagen selbst vor Ort mit der Situation auseinandersetzen.

Die für die Projektierung benötigten Mittel wurden indes bereits vom Innenministerium genehmigt. Bis dann tatsächlich die Arbeiten an der Einhausung der Großwürfelstraße beginnen werden, soll eine Abordnung von Kursoren den Verkehr auf der Straße überwachen.

[4.1.3 Subkuratorium für Straßenbau und -instandhaltung] [Seefestung Siebenbirnen]
Bruder Bartholomäus
4.1.3 Subkuratorium für Straßenbau und -instandhaltung